5 Experten zu Digitalisierungstrends für Unternehmen

5 Experten zu Digitalisierungstrends für Unternehmen
Andreas Blumauer, Mitgründer und CEO der Semantic Web Company

Mit der zunehmenden Digitalisierung steigt in den Unternehmen der wertschöpfende Anteil der IT. Es werden immer mehr Daten produziert, die gesammelt, analysiert und nutzbar gemacht werden müssen. Die zentrale Herausforderung für jedes Unternehmen im Umgang mit dieser Datenmenge ist eine Digitalisierungsstrategie. Dass Big Data, künstliche Intelligenz, semantische Technologien in Zukunft den entscheidenden Wettbewerbsvorteil darstellen werden, ist den meisten Entscheidern klar, doch womit und wie sie beginnen sollen, nicht. Die Implementierung der Megatrends in die Unternehmensprozesse ist einer der Schwerpunkte der SEMANTiCS 2018. Die Internationale Konferenz, die vom 10. bis 13. September in 14. Auflage stattfindet, informiert über den State-of-the-Art semantischer Systeme und führt Hightech-Forschung und Wirtschaft zusammen – dieses Jahr im Hilton Waterfront Conference Hotel und an der TU in Wien. Fünf Keynote Speaker verraten vorab welche Trends sie kommen sehen.

Andreas Blumauer, Mitgründer und CEO der Semantic Web Company
In der näheren Zukunft sehe ich nichts, was über Künstliche Intelligenz, Machine Learning und Data Science hinausgeht. Diese Bereiche werden sich aber zunehmend besser ergänzen und ganzheitlicher entwickeln. Im Fokus steht der Daten-Lifecycle. Entscheidungsträger von Unternehmen werden ein Bewusstsein entwickeln müssen, dass datengetriebene Geschäftsmodelle nur dann erfolgreich umgesetzt werden können, wenn es ein professionelles Daten- und Informationsmanagement gibt. Das bedeutet, dass sich diese Fachdomäne als zentraler Prozess etablieren wird. Wer die Megatrends der Zukunft als lästige Nebentätigkeit erachtet, wird keine Chance haben, in Zukunft zu bestehen.

Alan Morrison, Senior Research Fellow bei PwC
Die Zukunft gehört dynamischen, kontinuierlich wachsenden Organisationen mit fließenden Geschäftsmodellen und flexiblen Arbeitskräften, die sich den ständig verändernden Aufgaben und Herausforderungen anpassen. Um zu Agilität in Skalierungs- und Geschäftsmodellen zu gelangen, müssen Unternehmen eine Grundlage semantischer Graphen für KI legen. Ich bin ein großer Fan von semantischen Graphen als übergeordnete Datenstruktur, die alle untergeordneten Strukturen verwalten kann, weil sie eine volle Kontextdarstellung verschiedener Datentypen und maschinenlesbarer Artikulation der vielfältigen Beziehungen ermöglicht, die in jeder Organisation bestehen. Beziehung ist, was es uns ermöglicht, zu disambiguieren und den Kontext zu beschreiben. Fragen Sie nur eine soziale Medienfirma: Was ist machtvoller als ein Graph, um Kundenbeziehungen und alle Segmente und Subsegmente der Märkte, die diese Kunden bedienen, zu artikulieren und zu beschreiben?

Elena Simperl, Professor of computer science an der University of Southampton
In letzter Zeit richtet sich die Aufmerksamkeit auf die „Gerechtigkeit der Algorithmen“. Menschen sind sich heute der Voreingenommenheit bei der Funktionsweise von Algorithmen zunehmend bewusst. Die Qualität der Daten, die zum Trainieren eines Algorithmus verwendet werden, spielt eine sehr wichtige Rolle dabei, wie diese Algorithmen funktionieren und Entscheidungen treffen. Gegenwärtig gibt es nicht genügend Daten und Beweise, um eine Lösung dafür zu finden. In diesem Bereich brauchen wir wirklich empirische Beweise, Studien und multidisziplinäre Theorien, um Algorithmen transparenter und fairer zu machen. Gleichzeitig gibt es viele andere Organisationen, die nicht über genügend Daten verfügen, um wesentliche Fortschritte beim maschinellen Lernen zu erzielen. Das Verhältnis zwischen Trainingsdaten, die in maschinellen Lernalgorithmen verwendet werden, und der Leistung dieser Algorithmen ist entscheidend.

Harald Sack, Professor for Information Services Engineering am FIZ Karlsruhe and AIFB
„Es ist schwierig, Vorhersagen zu machen, besonders über die Zukunft“, hat der Physiker Niels Bohr gesagt. Eines wird die Welt, wie wir sie heute kennen, sicherlich verändern, und das ist der Aufstieg autonomer Systeme. Ich erwarte große Fortschritte in der Synthese symbolischer Logik und (expliziter) Wissensrepräsentation in Kombination mit (impliziten) tiefen neuronalen Netzen. Diese Entwicklung wird zu autonomen Systemen führen, die lernen, während sie mit ihrer Umwelt interagieren, die verallgemeinern und sich rasch an neue, bisher unbekannte Situationen anpassen können.

Christian Dirschl, Chief Content Architect bei Wolters Kluwer Germany
Content und datengetriebene Technologien werden weiter an Bedeutung gewinnen, weil wir uns in rasantem Tempo auf eine globale Datenwirtschaft mit allen damit verbundenen Chancen, Herausforderungen und Risiken zubewegen. Die anstehenden Aufgaben bleiben jedoch komplex, und es ist keine „Weltformel“ in Sicht, die alles abdecken könnte. Daher wird Technologie einerseits immer mehr Aufgaben adressieren und andererseits werden Fragen rund um Cybersicherheit, Ethik und gesellschaftliche Wirkung im Zentrum unserer Diskussionen und Entscheidungen stehen. Wir als Gesellschaft müssen entscheiden, was für unsere Zukunft akzeptabel ist und was nicht.

SEMANTiCS 2018:
Konferenz 10.-13.09.2018 ( http://www.semantics.cc)
Workshops 10. und 11.09.2018 ( http://www.semantics.cc/programme/workshops/)
Karten ab 350,- EUR ( http://www.semantics.cc/registration)
Veranstaltungsort: Hilton Vienna Danube Waterfront, Handelskai 269, 1020 Wien
Organisatoren: Semantic Web Company, Technische Universität Wien, Universität Leipzig,
Freie Universität Amsterdam und Fachhochschule St. Pölten

Großer Dank an unsere Sponsoren:
SEMANTiCS 2018 Premium Sponsors:
MarkLogic ( https://www.marklogic.com/)
PoolParty ( https://www.poolparty.biz)
SEMANTICS 2018 Gold Sponsors:
Semiodesk ( https://www.semiodesk.com)
Ontotext ( https://ontotext.com)
Vrije Universiteit Amsterdam ( https://www.vu.nl)
InfAI ( http://www.infai.de)
TU Wien ( https://www.tuwien.ac.at)
Fachhochschule St. Pölten ( https://www.fhstp.ac.at)

Gegründet im Jahr 2005 thematisiert die SEMANTiCS-Konferenz aktuelle Entwicklungen und Perspektiven des Einsatzes semantischer Systeme. Dabei handelt es sich um Technologien zur automatischen Verarbeitung von Bedeutung, eine wichtige Grundlage für künstliche Intelligenz und smarte Systeme. Die Konferenz spricht EntscheiderInnen aus Industrie und Verwaltung sowie EntwicklerInnen, ForscherInnen und IT-BeraterInnen an. Unter dem Motto „Transfer / Engineering / Community“ wird im Rahmen zahlreicher Vorträge, Workshops und Diskussionsrunden beleuchtet, welche konkreten Anwendungen in unterschiedlichen Branchen
mittels semantischer Technologien bereits realisiert werden bzw. zukünftig zum Einsatz kommen. Die SEMANTiCS Konferenz wird getragen durch ein internationales Konsortium aus Wissenschaft und Wirtschaft. Die diesjährige Veranstaltung wird gemeinschaftlich organisiert durch die Semantic Web Company, die Technische Universität Wien, die Universität Leipzig, die Freie Universität Amsterdam und die Fachhochschule St. Pölten.

Kontakt
Semantic Web Company
Susanne Ardisson
Mariahilfer Strasse 70/Neubaugasse 1 Top 8
1070 Wien
0043 1 4021235
susanne.ardisson@semantic-web.com
http://www.semantics.cc

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *