Nearshoring von IT: Die wichtigsten Vorteile im Überblick

Nearshore Programming Outsourcing: Das Verlagern von Programmiertätigkeiten ins benachbarte Ausland ist zu einem wichtigen Trend in der Software-Industrie geworden.

Nearshoring von IT: Die wichtigsten Vorteile im Überblick
Rolf C. Zipf, Geschäftsführer der rindus GmbH, ist Experte für Nearshoring von IT-Dienstleistungen

Nearshore Programming Outsourcing: Das Verlagern von Programmiertätigkeiten ins benachbarte Ausland ist zu einem wichtigen Trend in der Software-Industrie geworden. Rolf C. Zipf, Geschäftsführer der rindus GmbH, ist Experte für Nearshoring von IT-Dienstleistungen. In unserem Interview verrät er, welches die Vorteile für deutsche Unternehmen sind und warum Spanien mehr als ein Geheimtipp ist.

Herr Zipf, bevor wir über Nearshoring von IT sprechen, lassen Sie uns ganz kurz wissen: Was machen Sie und mit welchen Problemen kommen Kunden zu Ihnen?

Unsere Kunden beschäftigen Teams für die Entwicklung von spezifischer und individueller Software – zum Beispiel für Webanwendungen oder für workflowbasierte Systeme. Manchmal handelt es sich um ein Team, häufig jedoch um mehrere – meist zwischen 15 und 50 Leute, mitunter aber auch sehr viel mehr. Das sind oft eigene Mitarbeiter unserer Kunden, häufig aber auch externe Kräfte von Agenturen.
Wachstum unserer Kunden, z.B. durch Digitalisierung, findet heute sehr häufig durch Software statt. Und dabei stoßen sie irgendwann an Grenzen: Sie benötigen mehr Kapazität für die Softwareentwicklung, können die entsprechenden Mitarbeitenden aber an den vorhandenen Standorten entweder nicht gewinnen oder nicht „managen“. Und Agenturen sind oft viel zu teuer und stellen die Mitarbeitenden nicht langfristig zur Verfügung. Damit geht dann Know-how langfristig verloren.

Um welche Unternehmen handelt es sich dabei?

Die Firmen, mit denen wir über Nearshore Programming Outsourcing sprechen, sind oft etablierte Unternehmen mit Millionenumsätzen und Hunderten oder Tausenden Mitarbeitenden. Wir arbeiten aber auch gerne mit Startups, die langfristig Zugriff auf das technologische Know-how benötigen. Viele unserer Kunden sitzen in den großen Städten wie Hamburg, Düsseldorf oder München. Manche aber auch in ländlicheren Regionen, wo sie erst recht nicht auf ein größeres Angebot an Softwaretalenten zugreifen können.

Und dann kommen Sie ins Spiel. In einem Satz zusammengefasst: Was bieten Sie den Unternehmen an?

Wir gewinnen für unsere Kunden genau die Softwareentwicklungsteams, die sie für ihre Projekte benötigen. Wir binden sie eng in die Kundenorganisation ein und motivieren diese loyalen Mitarbeitenden dauerhaft zu Spitzenleistungen. Wir lösen also das drängendste Problem unserer Kunden, die Verfügbarkeit von Spitzentalenten in der Softwareentwicklung, auf eine unkonventionelle Art.

Wir blicken etwas näher auf die Begrifflichkeiten, über die man in diesem Zusammenhang oft spricht: „Nearshoring“, „Offshoring“, „Outsourcing“ – beschreiben die drei Begriffe eigentlich den gleichen Vorgang, wenn es um Software-Programming geht?

„Nearshoring von IT“ und „Offshoring“ beschreiben ähnliche Vorgehensweisen: in beiden Fällen „leihen“ sich Unternehmen aus Deutschland Arbeitskräfte bei Dienstleistern im Ausland für ihre Softwareentwicklung. Im Falle von Nearshoring ist das das benachbarte europäische Ausland, zum Beispiel die Ukraine, Bulgarien, Polen – oder Spanien. Und im Falle von Offshoring ist dies das entferntere Ausland, zum Beispiel Indien, Vietnam, Mexico.

Womit wir vermutlich schon bei einem wichtigen Vorteil beim Outsourcing von Programmier-Leistungen ins benachbarte Ausland wären…

Ja, bei Nearshoring kann man synchron arbeiten, da alle in derselben Zeitzone sind. Bei Offshoring muss man über Zeitzonengrenzen hinweg agieren, so dass synchrone Kommunikation schwierig und selten ist. In beiden Fällen kann aber die inhaltliche Steuerung und Führung beim Auftraggeber in Deutschland bleiben.

…und das Outsoourcing?

Beim Outsourcing hingegen werden Teile der inhaltlichen Führung auf den Dienstleister übertragen, so dass der Auftraggeber lediglich noch das Ergebnis definiert, nicht aber den Weg dorthin. Er gibt wesentliche Teile der Kontrolle an den Outsourcing-Dienstleister ab.

Sie hatten es schon erwähnt: Wenn es um Nearshoring von IT geht, denkt man oft an Osteuropa. Sie arbeiten allerdings mit spanischen IT-Profis. Warum?

In Spanien gibt es große Unterschiede zwischen den Regionen. Wir haben uns bewusst für den Standort Málaga entschieden, weil wir im dortigen Parque Tecnologico de Andalucía – kurz „PTA“ – einen idealen Arbeitsmarkt und perfekte Bedingungen vorfinden: über 600 internationale Unternehmen agieren als Magnet für die besten Softwareentwickler, die sich dann wegen unserer Kultur und der vielen Benefits häufig für uns entscheiden. Außerdem ist Málaga ein stark aufstrebender Tech-Standort mit sehr erfolgreichen Initiativen im Bereich erneuerbarer Energien, IoT und Digital Content. Und bei weitem noch nicht so überlaufen wie zum Beispiel Barcelona. Im Hinblick auf den Standort ist Málaga ein echter „hidden champion“.

Welche Vorteile gibt es in Spanien im Vergleich zu anderen Ländern?

Zuallererst ist es die Kultur, die in vielerlei Hinsicht große Überschneidungen mit der deutschen hat, vor allem im Hinblick auf organisationale Werte. In Spanien zählen Verlässlichkeit, Familie, Sicherheit und Beständigkeit, deshalb kann man auf eine hohe Loyalität und Belastbarkeit der Mitarbeitenden bauen. Wenn es um Nearshore Programming geht ein nicht zu unterschätzender Faktor! Und Spanien ist EU-Mitglied mit allen Vorteilen im Hinblick auf wirtschaftliche Freizügigkeit und steuerliche Gesetze.
Dazu kommt. Spanien im Allgemeinen und Málaga im Besonderen bieten eine sehr hohe Lebensqualität, weshalb wir auch Mitarbeitende aus dem Ausland für Spanien begeistern können – der relevante Arbeitsmarkt ist damit sehr viel größer als der in Osteuropa. Nicht zu vergessen: Spanien ist in derselben Zeitzone, weshalb die Projektkommunikation synchron funktioniert. Man kann also Meetings haben, als würden die Teams alle an einem Ort sitzen. Das geht mit Indien oder Mexico z.B. nicht.

Sie haben einen Kunden, der sich für Nearshoring von IT-Projekten nach Spanien entscheidet. In welchen Schritten wird die Zusammenarbeit auf den Weg gebracht?

Am Anfang steht für uns immer das Verständnis der Kundenorganisation: wir schauen uns ganz genau an, wie Software dort heute produziert wird. Welche Systeme sind im Einsatz, welche Prozesse, wie wird kommuniziert, welche Road Map soll in den nächsten 12, 18 oder 24 Monaten erreicht werden? Wenn wir das verstanden haben, entwickeln wir einen Onboarding-Plan für die Mitarbeitenden und sorgen dafür, dass diese rasend schnell produktiv werden. In der Regel können sie nach 14 Tagen den ersten Code committen. Dazu bringen wir die neuen Teammitglieder immer auch physisch in die Büros unserer Kunden. Und wir laden die Mitarbeitenden unserer Kunden auch nach Málaga ein, damit sich alle kennen lernen und dadurch vertrauensvoll zusammenarbeiten können.
Und dann führen wir die Tech-Talente langfristig, durch zahlreiche Gespräche und Maßnahmen, so dass unser Kunde dauerhaft und langfristig auf genau diese Mitarbeitenden zählen kann.

Ganz grob: Mit welchen Kosten muss der Kunde rechnen?

Wir arbeiten ausschließlich auf einer „Cost-Plus“-Basis, das heißt unsere Kunden zahlen immer 100% der Gehälter der für sie eingestellten Teammitglieder, zuzüglich im Voraus fixierter Steuern und Abgaben sowie einer pauschalen Management-Vergütung pro Kopf und Monat für unsere Leistungen. Für jedes einzelne Teammitglied kennt der Kunde die monatlichen Kosten somit pauschal und im Voraus, und diese Kosten variieren auch nicht von Monat zu Monat, sondern sind immer gleich.
Würde man diese pauschalen, fixen Kosten umrechnen auf die tatsächlich geleisteten Stunden, ergeben sich bei Teams gemischter Senioritäten meist Kosten von grob etwa 40 Euro pro Stunde. Das ist etwas mehr als an manch anderen „typischen“ IT-Standorten wie zum Beispiel Bulgarien oder Indien. Dafür bieten unsere Teams in Málaga aber eben auch eine sehr viel höhere Produktivität und ein sehr viel höheres Qualitätsniveau – und sie begeistern sich langfristig nicht nur für die bei unseren Kunden im Einsatz befindliche Technologie, sondern eben auch für deren Geschäft. Sie werden Teil der Organisation bei unseren Kunden.
Und umgekehrt sind diese Kosten eben auch sehr viel niedriger als für eigene oder „gemietete“ Kräfte in Deutschland. So schlägt eine Stunde eines deutschen Freiberuflers derselben Erfahrung und Qualität nicht selten mit mehr als dem Doppelten zu Buche.

Wie schnell lassen sich im Bedarfsfall neue, weitere IT-Experten finden?

Wir benötigen, je nach Aufgabenstellung und erforderlichen Fachkenntnissen, zwischen 7 und 10 Wochen von der Stellenausschreibung bis zum ersten Tag des oder der neuen Mitarbeitenden. Unsere schnellste Besetzung war in drei Wochen bewältigt. Spanien ist ein sehr schneller Arbeitsmarkt; in der Regel haben die Arbeitnehmer eine 14tägige Kündigungsfrist, so dass sie bei ihren bisherigen Arbeitgebern schnell kündigen können. Und bei uns bleiben sie dann langfristig, wegen der Perspektive, den spannenden Projekten und der Kultur.

Über Rolf C. Zipf:
Rolf C. Zipf ist Geschäftsführer der rindus GmbH mit Standorten in Hamburg und Málaga/Spanien. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Personalsuche von IT Professionals in Spanien. Im Rahmen von Nearshoring-Projekten managet rindus die Zusammenarbeit zwischen spanischen Entwickler-Teams und deutschen Auftraggebern.

Die rindus GmbH ist spezialisiert auf die Personalsuche von IT Professionals in Spanien. Im Rahmen von Nearshoring-Projekten managet rindus die Zusammenarbeit zwischen spanischen Entwickler-Teams und deutschen Auftraggebern.

Kontakt
rindus GmbH
Rolf C. Zipf
Hongkongstr. 7
20457 Hamburg
+49-40-22864149
info@publiceffect.de
http://www.rindus.de

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